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Zeitmesser mit Stil: Sinn Uhren

Der Namensgeber für die Sinn Uhren ist Helmut Sinn. Der abenteuerlustige Frankfurter wurde im September 1916 in Lothringen geboren, arbeitete lange Zeit als Luftfahrtsachverständiger und gewann 1953 die Rallye von Algier nach Kapstadt. Er experimentierte schon damals mit Bord Uhren, die speziell auf die Bedürfnisse der Autorennfahrer zugeschnitten waren. Auch die besonderen Anforderungen der Fliegerei an die Chronographen hatte er ständig im Blick, als er 1956 in Frankfurt mit dem Bau und Handel der sportlichen Spezialuhren begann.

Die Sinn Uhren konnte man schon zu damaliger Zeit im Direktvertrieb beziehen. Das machte eine deutlich günstigere Preisgestaltung als bei der Konkurrenz möglich. Das galt auch für die von ihm entwickelten Armbanduhren mit einer doppelten Stundenanzeige, die in der Lage war, sowohl die deutsche Lokalzeit als auch die Zeitlinie des Greenwich Meridians abbilden zu können. Als 1980 die Sommerzeit in einigen Ländern Europas eingeführt wurde, agierte Helmut Sinn erneut als Pionier und entwickelte eine Uhr mit Doppelanzeige, bei der der zweite Zeigersatz individuell eingestellt werden konnte.

Weltweit erregten die Sinn Uhren Aufsehen, als die Astronauten Armbanduhren mit automatischem Gangwerk bei ihren Weltraummissionen mit dem Spacelab trugen. Bis dahin hatte man nämlich angenommen, dass es unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit nicht möglich sein würde, automatische Uhrwerke korrekt zum Laufen bringen zu können. Mit insgesamt drei verschiedenen Modellen der Sinn Uhren wurde damals das Gegenteil bewiesen.

Die ursprüngliche Firma Sinn Uhren wurde verkauft, doch Helmut Sinn kam vom Uhrenbau nicht los. 1996 gründete er ebenfalls in Frankfurt das Unternehmen Jubilar Uhren, dass in vollem Umfang auf die Technik der Sinn Uhren zurück greift. Schon ein Jahr später hatte der agile alte Herr die Schweizer Uhrenfabrik Guinand Watch übernommen, die sich mit dem Bau von besonders komplizierten Uhren beschäftigte. Dort setzte er auch die nahezu revolutionäre Technik der mehrfachen Anzeigen für verschiedene Lokalzeiten um, die inzwischen dafür sorgt, dass bis zu vier zusätzliche Weltzeiten auf winzigen Hilfsziffernblättern wiedergegeben werden können. Sie ist besonders für die Fliegerei interessant, wird aber auch gern von denjenigen genutzt, die zum Beispiel beruflich ständig zwischen verschiedenen Zeitzonen hin und her wechseln müssen. Sie wurde für den technischen Innovationspreis 2005 vorgeschlagen.

© Kramografie – Fotolia.com

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